Was ist Geomantie?

© Axel Sallmann

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Geomantie ist die alte Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen den Energien von Erde, Kosmos und Mensch. Der Begriff Geomantie setzt sich aus den Wörtern Geo, für die Erde, und Mantie, Wahrnehmung, zusammen. So entstand der Begriff Geomantie -Erdwahrnehmung.

 

 

Geomantie beschäftigt sich mit dem wahrnehmen von Energieflüssen und energetischen Verbindungen in unseren Lebensräumen, eine wichtige und nützliche Voraussetzung um im Einklang mit den kosmischen Gesetzmäßigkeiten zu leben. Am Anfang der Menschheits-entwicklung waren wir alle Jäger und Sammler und pflegten eine nomadische Lebensweise. Die Völker folgten bei ihren Wanderungen dem “Geist der Erde”, symbolisiert als Schlange oder Drachen. Die Menschen hatten ein intuitives Gespür für diesen “Erdgeist” und verehrten die Orte, an denen er spürbar war.

 

Dies sind heute Plätze an denen oft sakrale Bauten stehen, oder Pilgerstätten und Kraftorte. Sie gaben dieser besonderen Kraft Namen: “Chi” (China), “Prana” (Indien), "Mana" (Polynesien), “Pneuma” (antikes Griechenland) – übersetzt im allgemeinen als “Lebenskraft”.

 

Vor etwa 10.000 Jahren wurden die Menschen in vielen Teilen der Welt dann sesshaft. Sie siedelten sich in festen Dörfern an und fingen an, erste Städte zu bauen. Da sie nun nicht mehr dem Erdgeist umherwandernd folgen konnten, musste dieser Erdgeist in die menschlichen Siedlungen geholt werden, damit seine Lebenskraft für Ackerbau, Viehhaltung und die menschliche Gemeinschaft an einem bestimmten Ort wirksam werden konnte. Jede Siedlung hatte daher eine räumliche Mitte, die zugleich auch geistiges Zentrum war. Dies war der Anfang geomantischen Wirkens. Aus dieser Intention und den damit gemachten Erfahrungen entstand ein Wissens- und Weisheitssystem, das über Jahrtausende hinweg die Grundlage für die Planung von Tempeln und Kirchen, Burgen und Schlössern, Städten, Gärten und Parkanlagen war Die Städte der alten Hochkulturen waren immer ein Abbild des Kosmos. Es entstanden die hermetischen Gesetze: Wie Oben - so Unten.

 

Im Zuge der modernen wissenschaftsorientierten Aufklärung ging das geomantische Wissen in Europa teilweise verloren. Wir brauchen eine neue Weltsicht, die Mensch, Natur und Kosmos (wieder) verbindet. Geomantie versteht sich als Integraler Bestandteil eines neuen Zeitgeistes.

Die Weltsicht, dass wir den ganzheitlichen Aspekt leben sollen, wo Alles mit Allem verbunden ist, -nach den hermetischen Gesetzmäßigkeiten- wo jedes Teil mit den anderen Teilen verwandt ist, wo die kleinste Tat oder auch nur ein Gedanke das Ganze verändern kann, ist eine Erkenntnis dieser sich neu strukturierenden Wissenschaftszweige sowie gleichzeitiges Wissen um die alten Weisheitslehren. Die Aufgabe der heute lebenden Generation ist die Schaffung einer zukunftsfähigen und wieder lebenswerten Lebenskultur.

 

Die moderne Neue Geomantie kann nun ihren Platz als “beseelte Ökologie” darin einnehmen. Geomantische Gestaltung geht über Raumgestaltung mit
 Symbolen und Farben hinaus, denn sie umfasst 7 Gestaltungs- Ebenen:



* Die materielle Ebene - natürliche und ortstypischen Materialien.

* Die physische Ebene – Magnetfelder, Untergrundstrahlung und Einflüsse durch Elektrosmog.

* Die seelische Ebene - Farben, Töne, Bilder - sie wirken auf die emotionale Befindlichkeit 
 


* Die Gestaltungsebene - die Wirkkräfte, die jeder Ort in sich trägt z.B. in Form Landschafts- u. Wohnraumgestaltung
 


* Die menschliche Ebene - die Bedürfnisse der Menschen und des Ortes werden miteinander verbunden.
 



* Die spirituelle Ebene - durch die Verknüpfung der Lebensräume mit den Energien des Tages und
 der Erde (zu vergleichen mit dem Meridiansystem)



* Die Ökologische Ebene - indem alle Ebenen miteinander verbunden werden, um miteinander zu kooperieren.
 
Es kann somit wieder alles verbunden werden, was vorher getrennt war.

Hierdurch entsteht Heilung auf allen Ebenen.


 

Geomantie

Die europäische Tradition der Geomantie wurde leider durch Christianisierung und Inquisition empfindlich beschädigt. Viele geomantischen Phänomene sind uns bis heute rätselhaft und warten darauf wieder entdeckt und verstanden zu werden. Trotzdem sind einige Linien der Geomantie bis heute zu erkennen.

Ein wesentlicher Aspekt ist die Annahme einer beseelten Welt, was sich gerade in der Natur wunderbar erfahren lässt. Für naturwissenschaftliches Denken scheint dies zwar schwer verständlich, aber gerade über das systemische Denken können wir uns diesen unleugbaren Phänomenen besser nähern.

In diesem Sinne können wir ganz allgemein sagen, dass es der Geomantie um ein harmonisches Miteinander von Menschen- und Erdseele geht. Das ist dem genannten Verständnis von Feng Shui sehr ähnlich.

Ein besonderer Teilbereich der Geomantie ist die Radiästhesie, das Arbeiten mit der Wünschelrute oder ähnlichen Werkzeugen. Mithilfe der Wünschelrute werden energetische Qualitäten wahrgenommen und erfahrene Rutengeher können diese unterscheiden und der Situation entsprechend interpretieren. Selbst wenn wir auch dies physikalisch (noch) nicht erklären können, sind die Wirkungen unbestreitbar.

Die Geomantie und auch die Radiästhesie haben eine sehr weit zurück reichende Geschichte, die sich bis zu den Etruskern und Römern deutlich zeigt. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts hat sie auch erste Einflüsse des chinesischen Feng Shui integriert. Immer ging es darum, die Arbeitsweisen den Möglichkeiten, Erwartungen und Bedingungen anzupassen und so wurden zahlreiche Techniken und Handlungsmuster entwickelt. Dies gibt der Geomantie, als Überbegriff, eine große Vielfalt und Vielschichtigkeit, die sie bis heute lebt und weiter entfaltet.